Künstlerin und Filmemacherin

Moe Myat May Zarchi
Statement der Künstlerin
In der heutigen Zeit werden Glocken oft als Warnsignale genutzt, die Dringlichkeit, Gefahr, Arbeitszeit oder Produktivität anzeigen sollen. Die Klänge verlangen eher eine Reaktion als Reflexion und produzieren eine unbehagliche Resonanz, die mit der Beschleunigung und dem Druck des heutigen Lebens verbunden ist. Im Gegensatz dazu dienen Glocken in Myanmar seit Generationen als Träger von Gebeten und spiritueller Resonanz. Sie überbringen den Geistern Segen und gute Taten, lenken die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment und erschaffen eine gemeinsame Schwingung aus Achtsamkeit, Frieden und Besinnung.
In dieser kurzen, abstrakten Videoarbeit setze ich mich mit der spirituellen und kulturellen Bedeutung der Glocke vor dem Hintergrund der Shwedagon-Pagode auseinander. Durch die Kombination von Archivfotos und meinen jüngsten Aufnahmen von Glocken in Shwedagon, sowie deren Rolle in der alltäglichen spirituellen Praxis, reflektiert die Arbeit über die Bedeutung des Widerhalls der Glocke. Die historischen Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1911 und wurden von Christine Scherman, der Ehefrau des ehemaligen Direktors des Museums Fünf Kontinente, Lucian Scherman, aufgenommen.